Alles wie gehabt

Trotz Erfolgsserie bleibt das Grazer Fanlager gespalten, wenn es um die Trainerfrage geht. Dazu gesellten sich jüngst wieder Abwanderungsgelüste und damit verbunden jede Menge Gerüchte um Franco Foda. Also, alles wie gehabt?

Franco Foda führt seine Mannen in einen gleichermaßen unglaublich wie auch überraschend erfolgreichen Saisonstart. Trotz des derzeitigen Leistungstiefs lacht man somit weiterhin von der Tabellenspitze. Einer Spaltung des Fanlagers kann dieser Umstand dennoch nicht wirklich entgegenwirken, wenngleich es zumindest zwischenzeitlich doch merkbar ruhiger um den Chefcoach geworden ist. Die Einen sehen den Deutschen als Hauptverantwortlichen für eine deutliche Leistungssteigerung, die Anderen wollen davon freilich nichts wissen und haben wiederum im Geschäftsführer Sport Günter Kreissl unlängst den alleinigen Heilsbringer ausgemacht. Böse Zungen behaupten, Sturm sei trotz und nicht wegen Foda, primär dank der starken Neuzugänge, erfolgreich. Ganz böse Zungen meinen sogar, anhand der jüngsten Flaute ließe sich des Trainers Handschrift nach zwischenzeitlichem Verschwinden erneut erkennen – nun, da der Höhenflug gestoppt wurde, greife dessen biederes System eben wieder. Zu kurz greifen jedenfalls alle dargebrachten Behauptungen und müssen daher auch nicht allzu ernst genommen werden. Allerdings lässt sich daran wunderbar erkennen, dass sich dieses langjährige Thema betreffend wahrlich nichts geändert hat. Man ist entweder für oder gegen Foda. Komme, was wolle. Selbst der Umstand, dass die vielfach kritisierten Äußerungen seinerseits der Vergangenheit anzugehören scheinen, vermag die Polarisierung nicht zu verringern. Die Popularität des Trainers ist letztlich nach wie vor enden wollend, selbiges gilt für die Vielfalt der Argumente und Inhalte der allermeisten Debatten um seine Person. Alles wie gehabt.

Nicht Fisch nicht Fleisch

Was darüber hinaus keinen Sympathiebonus erbringt, sind die offenbaren Abwanderungsgelüste des Trainers, zu denen er sich naturgemäß nicht bekennt. Klar ist, dass man es ihm kaum verübeln könnte, würde er eine sich bietende Chance in der höchsten Spielklasse des nördlich gelegenen Nachbarn ohne zu zögern nutzen. Klar ist jedoch auch, dass einen das Gefühl beschleicht, Foda wäre lieber heute weg als morgen. Möglicherweise handelt es sich dabei aber auch nur um eine postfaktische Wahrnehmung, um das Wort des Jahres auch hier gebührend zu huldigen. So oder so, der längstdienende Trainer der österreichischen Bundesliga, der noch dazu große Erfolge mit unser aller Herzensverein feierte, wird von den Fans keine allzu lautstarken Huldigungen mehr zu erwarten haben. Ohnehin seltene seiner Person geltende Sprechchöre waren zuletzt im Jahr 2011 zu vernehmen, just als Sturm den Meisterteller gen Himmel streckte. Ein ähnlich epochales Ereignis bedürfte es wohl, um Derartiges ein weiteres Mal zu erleben. Zurück zum Thema: Einige Fragen wirft der jüngste Kurzaufenthalt in Deutschland dennoch auf. So gab sich Günter Kreissl damit konfrontiert unwissend – kurz nachdem Foda Richtung München abhob. Wusste der Geschäftsführer Sport davon wirklich nichts oder ist das doch vielmehr taktisches Schweigen? Ihm keine Steine in den Weg zu legen und gleichzeitig von einer Ablöse eines ohnehin auslaufenden Vertrages, noch dazu in Zeiten, in denen der Gürtel enger geschnallt werden muss, zu profitieren, erscheint grundsätzlich vernünftig. Bekanntlich ist Franco Foda auch nicht allzu billig. Das weiß auch Günter Kreissl, der eine härtere Gangart, wie man sehen konnte, nicht scheut. Außerdem stellt sich die Frage, sollte des Trainers Ausflug tatsächlich ohne Einverständnis erfolgt sein, inwiefern dies das Verhältnis zwischen dem Trainer und dem Geschäftsführer Sport belastet. Wirklich thematisiert wurde diese Causa nicht. Die Antwort Franco Fodas auf die von SturmNetz im heutigen Mediabriefing an ihn gerichtete Frage diesbezüglich war ebenfalls wenig aufschlussreich, womit zahlreichen Spekulationen Tür und Tor geöffnet sind. Es ranken sich also wieder Gerüchte um den Coach. Alles wie gehabt.

Gerne würden wir von euch wissen, wie ihr zu unserem Trainer steht:

Umfrage:

Ist Franco Foda der richtige Mann für Sturm?

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13 Kommentare

  1. wama sagt:

    ob foda jetzt symphatisch ist oder nicht, ob er der richtige trainer für sturms ansprüche ist oder nicht, ob er ein moderner oder antiqierter trainer ist, ob er ein jugendförderer ist, seiner mannschaft einen plan b beibringen kann oder nicht, letztlich alles egal.

    erreicht er seine ihm gesetzten ziele, ist das gut und letztlich zu akzeptieren. dass er die vorsaison als trainer überlebte, sollte sich allerdings nicht wiederholen.

    ich gehe davon aus, dass sturm heuer die top 3 schafft und foda mit diesem erfolg endlich seinen erwünschten deutschlandjob bekommt, das thema foda und sturm also ab sommer ein ende hat. kreissl wird ihm im winter vertragstechnisch sicher nicht zu weit entgegenkommen.

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    • Neukirchner sagt:

      Danke Ulysses S. Grant. Alles gesagt.

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    • graz4ever sagt:

      Aber aber…der Foda LIEBT Sturm und Sturm LIEBT Foda!!! Der beste, der einzige! Trainer f Sturm…DER MESSIAS!

      Er ist sicherlich nur deshalb immer persönlich nach D gefahren um den Vorständen dort persönlich vor Ort zu erläutern das Sturm der einzige&wahre (Herzens)Verein für ihn ist; er ihn für kein Geld der Welt verlassen würde..Seine Liebe zu Sturm in Geld nicht meßbar…

      ……..

      …….

      BAZINGA

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  2. Sturm-Echo sagt:

    Haben die „Foda Kritiker“ eigebtlich schon vergessen wie´s unter Hyballa bzw. Milanic gelaufen ist?

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    • Ferdi sagt:

      Viele Foda-Kritiker haben jedoch nicht vergessen wieviel

      zumindest unter Hyballa gelaufen wurde.

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    • Ulysses S. Grant sagt:

      Haben die „Foda Fans“ eigendlich schon vergessen wie es vergangene Saison gelaufen ist? Als Foda einen fetten Kader voller Wunschspieler spendiert kam. Damit hat er uns eine geschlagene Saison lang mit grottigem Fußball und einigen der deppertsten Aussagen aller Zeiten gequält. Bei so ziemlich jedem anderem Verein hätte man einen Trainer der so performt, bereits im Winter vor die Tür gesetzt.

      Und zu Hyballa, den hätte man zumindest mal eine Saison fertig spielen lassen sollen und ihm im Verein den Rücken stärken, evtl. einen kompetenten Sportdirektor zur Seite stellen sollen anstelle von Goldbrich damals. Statt dessen hat man zugelassen das Schmierfinken der Lokalpresse vom ersten Tag an über den neuen Trainer hergezogen sind. Auch das diverse Spielermimosen als Überbleibsel vom Franggo den Aufstand gegen dem Trainer geübt haben wurde toleriert……. Leute bei denen selbst Schopp später erkannt hat, dass es mit denen nicht weitergeht…

       

       

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  3. mgbj49 sagt:

    Ich bin der selben Meinung wie das Sturmecho, es gibt keinen richtigen Trainer für Sturm, es wird einfach jeder kritisiert.
    Ich mache diese Wahrnehmung seit 45 Jahren, ob es Starek, Baric etc. waren.
    Sogar Ivica Osim wurde nach einem Jahr kritisiert, so ist nun einmal der Sturmfan.
    Jedenfalls hält er treu zu seinem Verein, ist ja auch was wert.

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    • MadMax sagt:

      Schon richtig, ABER:
      Zwischen Trainerkritik und dem Wunsch den Trainer los zu werden ist ein kleiner, wenn auch feiner Unterschied.

      Immer schon wurde der Trainer kritisiert. Es gibt keinen Verein im Profifussball, wo dies nicht der Fall wäre. Siehe die Aussage „Österreich hat 7 Millionen Teamchefs“. Du kannst es nie Jedem Recht machen.

      Das ist keine Einzelleistung von Sturm-Fans, sondern zieht sich durch jeden Verein.

      Aus meiner Sicht wird Kreissl den Vertrag mit Foda nicht verlängern. Somit wird sich das Kapitel Foda spätestens mit Mai 2017 erledigt haben. Lustig wird’s wohl erst, wenn wir bis dahin tatsächlich völlig wunderlich gar den Titel holen sollten (was ich persönlich nicht glaube).

       

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    • GazzaII sagt:

      Da stimme ich 100% zu mgbj49 so extrem wie bei Sturm ist das selten!

      Das Hyballa, nach seinem Spaßfussball zu Beginn, dann ähnllich attraktiven Fussball wie Foda spielen ließ vergessen sein Jünger gern, umgekehrt kann Foda auch eine Saison wie die Letzte liefern und seine Jünger werden ihm trotzdem vergeben und in beiden Lagern gibt es genügend Anhänger…

      Bei der Frage ob Foda der Richtige ist geht es für mich, vor allem darum wer statt ihm kommt/kommen würde, im Vergleich zu Gress:-), Hyballa und Milanic war er es für mich. Mischa lass ich aus Sympathiegründen und der Zeit in der er tätig war mal weg…

      Obwohl ich mit Grundtugenden wie Einsatz-/ und Kampfbereitschaft heuer zufrieden bin wie schon sehr lange nicht, bin ich kein Fan (auch wenn es „einfach“&effizient ist) von Konterfußball (wer kam eigentlich darauf das, dass auf einmal „schnelles Umschaltspiel“ heißt und dadurch auf einmal viel interessanter wird.?),

      glaube das (hat man mMn bei der EM gut gesehen!) 4-2-3-1 inzwischen überholt ist und

      gebe zu guter Letzt die Hoffnung nicht auf in Graz irgendwann wieder „Kernöl tiki taka“ a la Osim zu sehen

      => habe ich mal (völlig emotionsfrei;-)…) dafür gestimmt, dass Franco Foda nicht der richtige Mann für Sturm ist!

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  4. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Der Unterschied zwischen Hyballa, Milanic und Foda ist das bei den beiden zuerst genannten Kritik erlaubt war…

    Milanic arbeitet bei Maribor gut und Hyballa in Holland auch nicht schlecht. Ganz nachvollziehen kann ichs nicht warum FF zurück nach D will. Bäume versetzt hat er dort ja nicht aber wenn er will…

    Wir können uns die hitzigen Diskussionen eh sparen. Kreissl würde den Vertrag eh nur beim Titel verlängern und selbst dann sind 50% der Fans wieder grantig…

    Spiel ma de Saison fertig und zünd ma dann die Fackeln an. Oder wenn ein Fax aus D kommt eben früher.

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  5. mgbj49 sagt:

    Warum Franco Foda in die Bundesliga will ist ganz einfach zu beantworten. Das Gehalt, welches zumindest fünfmal höher als bei Sturm ist und nicht zuletzt sein persönlicher Ehrgeiz.
    Mit dieser Qualität und zu dem Gehalt werden wir keinen Trainer mehr bekommen.
    Aber hier geht es ohnehin nicht um FF und seinen Fähigkeiten als Trainer, es geht vielmehr um einige Wichtigmacher die irgendwo von irgendjemand was gehört haben und nun mitreden wollen.
    Wie sagte schon der große Ivica Osim, nichts ist so wichtig wie Sturm und das möchte ich allen Kritikern an das Herz legen.

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    • Neukirchner sagt:

      Markus Kauczinski hatte in Ingolstadt ein Jahresgehalt von 500.000 Euro (Quelle ran.de), damit hat der Ex-Trainer der Ingolstädter bei weitem nicht eimal das fünffache Gehalt, nicht einmal doppelt so viel Foda in Graz. Foda ist der mit Abstand bestbezahlte Sturmakteur und vermutlich wird – zumindest in den nächsten Jahren – niemand ähnlich soviel verdienen.

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    • graz4ever sagt:

      @Neukirchner

      Salzburg Trainer (Steevens, Schmidt, García) vielleicht???

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