Alles oder nichts

Spielvorschau: FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz

Es ist DAS Schlagerspiel der zweiten ÖFB-Cup-Runde: Der Titelverteidiger und Vizemeister SK Sturm Graz trifft auswärts auf den FK Austria Wien. Es ist das Duell zweier Mannschaften, die ihrer Form in der heimischen Bundesliga noch etwas hinterherlaufen und am vergangenen Wochenende zwei herbe Rückschläge einstecken mussten. Die Schwarz-Weißen verloren völlig überraschend gegen den SV Mattersburg, aber auch der Gegner aus Wien musste sich nach einer schwachen Leistung dem LASK mit 0:3 geschlagen geben. All das wird am Mittwochabend in der Generali-Arena völlig egal sein. Es geht einzig und allein um den Aufstieg in die dritte Runde.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Für die Blackys wird es die erste Begegnung in der neuen Heimstätte der Austria sein. Sowohl für Trainer Heiko Vogel als auch Ex-Austrianer Philipp Hosiner spielt dieser Umstand aber eine untergeordnete Rolle. „Ich habe auswärts sowieso noch nie gegen die Austria gespielt. Ich freue mich darauf, da das Stadion anscheinend wirklich gelungen ist. Es ist immer schön, wenn die Kulisse und das Drumherum stimmt“, meint der Coach. Viel wichtiger wird für die Grazer wohl sein, ein besseres Defensivverhalten als bisher auf den Platz zu bringen. 13 Gegentore in acht Ligaspielen sind auch für Vogel viel zu viel: „Ich kann alles investieren, um ein Tor zu verhindern. Da haben wir sicher noch sehr viel Luft nach oben. Ich muss immer darauf hoffen, dass die Offensive zwei bis drei Tore macht, um eine realistische Chance zu haben. Das ist den Offensivkräften gegenüber unfair.“ Für ihn sei hier aber nicht nur die Defensivabteilung, sondern die ganze Mannschaft gefordert. Das gelte auch für die Angriffsbemühungen. „Wir müssen offensiv unsere Tore machen. Da gehören alle dazu“, bläst Hosiner in dasselbe Horn.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Für den Stürmer wird die Begegnung am Verteilerkreis eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sein. „Es ist natürlich ein besonderes Spiel. Wichtig wird aber einfach nur sein, dass wir am Mittwoch weiterkommen“, legt der 29-Jährige ganz klar den Fokus auf das Ergebnis. Dennoch wird das Spiel in Wien-Favoriten vor allem für die steirischen Fans ein hochemotionales werden. Die Verpflichtungen der Austria von James Jeggo, Bright Edomwonyi, Christian Schoissengeyr und Uros Matic sorgten an der Mur für viel Aufregung und noch mehr Unverständnis. Die Violetten belegten in der abgelaufenen Spielzeit nur den siebenten Tabellenrang, dennoch folgten die zwei Erstgenannten dem Ruf des Geldes und entschieden sich gegen einen Verbleib in Graz. Dieser Fakt fügt dem ohnehin schon emotionsgeladenen Duell noch etwas zusätzliche Brisanz hinzu.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Hierländer mit von der Partie

Auch an Kapitän Stefan Hierländer war die Austria Gerüchten zufolge interessiert, der Kärntner verlängerte nach langem Hin und Her seinen Vertrag bei den Schwarz-Weißen schlussendlich aber doch noch. Für die Partie gegen den aktuellen Tabellenfünften der Bundesliga könnte der 27-Jährige nach einer Oberschenkelverletzung wieder einsatzbereit sein. „Hierli“, der Sturm gegen RB Salzburg zum Cup-Triumph schoss und auch in der ersten Runde gegen Siegendorf traf, wird die Reise nach Wien „auf jeden Fall“ antreten. „Ob er dann auch in der Startelf stehen wird, wird sich zeigen. Wir schauen von Tag zu Tag“, sagt Vogel. 

Sein Einsatz wäre für Sturm enorm wichtig, denn die Grazer reisen als Außenseiter in die Bundeshauptstadt. „Mit dem Heimbonus ist die Austria morgen der Favorit. Das ist eine denkbar schwere Aufgabe“, übt sich der Übungsleiter in Understatement. Für beide Teams steht enorm viel auf dem Spiel, ein Ausscheiden in der zweiten Cuprunde wäre sowohl für die Austria als auch für Sturm eine riesige Enttäuschung. „Der Druck ist gleichmäßig verteilt“, meint Vogel. Ein Sieg würde wohl auch in der aufkommenden Trainerdiskussion für etwas Ruhe sorgen, eine Niederlage hingegen würde die Kritik am Cheftrainer wohl lauter werden lassen. Daher geht es im Duell Austria gegen Sturm wohl nicht nur für die beiden Mannschaften um alles oder nichts.

Spieldaten

FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz

Mittwoch, 26.09.2018, 20:45 Uhr, Generali-Arena, Wien

Schiedsrichter: Markus Hameter

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Koch, Spendlhofer, Avlonitis, Maresic, Hierländer; Lackner, Grozurek, Zulj, Kiteishvili; Hosiner

Ersatz: Schützenauer, Ferreira, Lovric, Huspek, Eze

Es fehlt: Jantscher

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11 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    und was wird unser Trainer morgen für ein System spielen lassen? Vielleicht 7handl im Sturm, Zujl als IV und Maresic im RMF??? Startformation Nr. 1087?

     

    zum Glück für uns ist die Austria genauso einem Tief, wobei ich mittlerweile wirklich Bammel habe, vor der neuesten Verrücktheit unseres Trainers!

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    • goodoldtimes sagt:

      Ja, und Kiteishvili steht im Tor. Wir spielen morgen außerdem mit einem 2-3-5, auch wenn es nicht mehr zeitgemäß ist. Aber das brauchen wir, um 10 Minuten lang 95 % Ballbesitz zu haben, bevor wir drei Gegentore kassieren. Dann kommt nämlich Ferreira für Pink auf den Platz.

      Aber Spaß beiseite. Morgen Daumen drücken! Früher oder später gehen auch Negativserien vorbei. Dieses Spiel wäre der ideale Zeitpunkt.

       

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  2. Ennstaler sagt:

    Hoffentlich gewinnt der GAK das Elferschießen und Sturm putz die Austria, dann gibt es endlich wieder ein Derby

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    • SchwoazaSteira92 sagt:

      Das müsste nach einem für mich fast Sensationsieg heute gegen die Austrianer erst mal ausgelost werden. Außerdem hätten der GAK 2012 auch im Achtelfinale noch immer Heimrecht als Amateurverein. Und ich gönne den Roten nicht, dass sie im ersten Derby seit Mai 2007 an einem Tag ihr Jahresbudget einnehmen.

      Falls wir gewinnen, dann erst ein Derby im 4telfinale^^

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  3. Ennstaler sagt:

    Und der GAK legt vor, Sturm muss nachziehen

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  4. rio sagt:

    Bei einem (wenig überraschenden) Ausscheiden kommt es vor allem auf das „Wie“ an. Spielen wir annähernd den „selben Topfen“ as usual, dann braucht es wohl keine Trainerdiskussion mehr, sondern rasches Handeln. EC vergeigt, Cup vergeigt, die obere Playoff schwer gefährdet und Zuseher vertrieben sollten ausreichen dem Trainer „zu winken“.

    Sollten wir allerdings nach tollem, begeistertem Spiel mit Pech ausscheiden, dann könnte das Licht am Ende des Tunnels vielleicht doch Vogel heißen. Das sollten er und seine Mannen wissen und eine dementsprechende Reaktion zeigen! Darauf müssen wir hoffen!

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    • Lazarus sagt:

      Dem ist nichts hinzuzufügen, sehe ich auch so.mfg

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    • GazzaII sagt:

      Da wir im Endeffekt gegen niemanden mehr Favorit sind, weil angeschlagene Boxer sind gefährlich und Tabellennachbarn sind Favorit, gehe ich jetzt mal nicht von einem tollen, begeisterndem auftreten aus

      => werden wir&Vogel eher auf einen „Nudelsieg“ hoffen dürfen, der dann stark geredet wird und sich die Trainerdiskussion (für die Verantwortlichen) so vorerst erledigt.

      kA sollten wir heute nicht mit 5 Toren Differenz aus dem Stadion geschossen werden, glaube ich kaum, dass GK die Reissleine zieht (und selbst bei einem Debakel, dass es aber eh nicht geben wird, würde ich ein Handeln bezweifeln) egal WIE wir spielen

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    • fuchsrob sagt:

      Ich würde das eher so sehen wollen: „…nachdem wir nach einem tollen begeisterden Spiel verdient aufgestiegen sind…“ ;-). Sonst kann ich mich dem anschliessen.

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  5. schmitz sagt:

    Gibt es noch Tickets für’n Auswerts Sektor????

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  6. Fanatiker sagt:

    Worst-Case-Sze­na­rio, wir steigen heute auf… und gewinnen am Sonntag in Linz…

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