Alles Gute Pepi Schicklgruber zum 50er!

„Sturm war meine schönste und erfolgreichste Karrierestation“

Pepi Schicklgruber kam im Frühjahr 1999 nach Graz. Anfangs im Ibis-Hotel untergebracht, übersiedelte er zwei Monate später nach Mariatrost, ausgerechnet in rotes Hoheitsgebiet, in unmittelbare Nachbarschaft zu Igor Pamic oder Klaus Augenthaler. Der Bulle aus Pula erzielte auch das Derby-Goldtor bei Pepis erstem Auftritt im Schwarzenegger-Stadion. Als Konkurrent Kazimierz Sidorczuk verletzt vom polnischen Nationalteam zurückkehrte, nutzte Schicklgruber endgültig seine Chance und hielt ausgezeichnet. Nach Kazis Genesung hatte Ivica Osim jedoch ein Luxusproblem: Fortan ließ er die beiden Konkurrenten abwechselnd ran. Pepi lief somit im Old Trafford auf und stand auch beim ersten Champions-League-Sieg gegen Croatia Zagreb im Tor. Im Herbst dann das prägendste Erlebnis seiner Torhüter-Karriere: Parma. Bis heute ist Schicklgruber davon überzeugt, dass der Ball nicht hinter der Linie war. Das Schiedsrichter-Trio sah dies allerdings – nach insgesamt achtminütiger Beratungszeit – anders. Zu Unrecht war der Name Pannen-Pepi geboren. „Diese Zeit hat mir ziemlich zugesetzt. Es hat lange gedauert, dass ich meinen Kopf wieder frei bekommen habe.“

(c)WikiCommons/Steindy

Die sensationelle Champions-League-Saison in der folgenden Spielzeit war Balsam auf der Torhüter-Seele. Denn Schicklgruber war für diese Erfolge ein wesentlicher Baustein. Als jedoch Abiodun Baruwa nach zweijähriger Verletzungspause zurückkam, wollte Sturm sich nicht länger drei kostspielige Goalies leisten. Da Sidorczuks Vertrag noch länger Gültigkeit haben sollte, entschied sich der Verein nur mehr mit dem Polen und dem Nigerianer zu planen. Pepi wechselte nach Pasching. Sechs Jahre später kam es dann zu einer viel umjubelten einjährigen Rückkehr des Publikumslieblings. Bei seinem allerletzten Auftritt im Sturmtrikot, kassierte Schicklgruber übrigens fünf Gegentore, als Sturm sich trotz 5:0-Führung in Mattersburg zu einem 6:5-Auswärtserfolg zitterte.

Insgesamt absolvierte der Jubilar 68 Bundesliga-Spiele für Sturm, war drei Mal im ÖFB-Cup im Einsatz, vor allem aber stand er auch in 19 Europacup-Begegnungen im Kasten der Blackys. Wohl kein anderer Akteur in der langen Geschichte des Sportklub Sturm hat sich mit ähnlich wenigen Spielen einen derartigen Kult-Status erworben. Alles Gute Pepi!

 

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