Abwehrschlacht im Baskenland

Spielbericht: Real Sociedad vs. SK Sturm 1:1 (0:1)

Im ersten Aufeinandertreffen gegen die Basken präsentierte sich der SK Sturm stark. Satisfaction gab es für die Akteure dennoch nicht – die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer musste sich knapp und denkbar unglücklich mit 0:1 geschlagen geben. Um einiges glücklicher hingegen, gestaltete sich der Spielverlauf im Baskenland. Nach einer beherzten Abwehrschlacht im verregneten San Sebastian konnten die Blackys ihren ersten Europa League-Punkt der Saison einfahren – und das gegen den Tabellenführer der LaLiga.

Eine knappe Niederlage im Hinspiel sorgte für etwas Schieflage. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Zum „Mauern“ gezwungen

Ohne den nun auch aufgrund einer Corona-Infektion fehlenden Kelvin Yeboah entschied sich Ilzer im Estadio Anoeta dazu, seine Mannen in einem 5-3-2 auf das Feld zu schicken. Und seine Startelf sollte von Beginn ordentlich zu tun bekommen. Denn die Hausherren aus San Sebastian waren von der ersten Minute an bemüht, nichts dem Zufall zu überlassen und legten einen dominanten Auftritt an den Tag. In Minute drei hätte dieser bereits im Führungstreffer münden können. Nach einer Flanke von links verfehlten mit Sörloth und Silva aber gleich zwei Spieler in der Mitte das Spielgerät. In dieser Gangart sollte es weitergehen.  Real Sociedad sorgte für eine schöne Ballstafette nach der anderen und zwang die Gäste so nur zum Zusehen. Vor allem Altmeister David Silva verstand es immer wieder, Pässe gefährlich zwischen die Grazer Abwehrlücken zu spielen. Sturm war, wie Hans Knauß sagen würde, bloß Passagier. Einmal scheiterte Stürmer Sörloth nach einem Gestocher im Sechzehner am glänzend reagierenden Siebenhandl. In Minute 27 war dann ein weiterer Blacky zum Reagieren gezwungen. Diesmal warf sich Affengruber nach einem Schuss von Portu dazwischen und rettete für Siebenhandl.  Nach 30 gespielten Minuten blieb es daher beim 0:0 – die gezwungenermaßen aufgezogene „Mauer“ der Grazer hielt.

Perfekter Angriff

Die Chance von Portu schien für Sturm in weiterer Folge so etwas wie ein Weckruf zu sein. Die Grazer begannen höher zu pressen und verhinderten immer öfter einen kontinuierlichen Spielaufbau der Basken. Ljubic prüfte in dieser Phase zudem Real Sociedad-Tormann Remiro mit einem Schuss außerhalb des Strafraums. Zu einer Prüfung sollte sich für die Hausherren auch ein Angriff über Sturms rechte Seite entwickeln. Und diese wurde von den Basken nicht bestanden. Niklas Geyrhofer setzte den für Yeboah spielenden Sarkaria in Szene. Der Offensiv-Allrounder tankte sich gegen seinen Gegenspieler gekonnt durch und bediente mit einem Querpass den einlaufenden Jakob Jantscher. Dieser musste zum Torerfolg nur mehr sein „Patscherl“ hinhalten. Nachdem Siebenhandl in Minute 45 abermals einen Abschluss von Portu parierte, ging Sturm mit einer Führung in die Habzeitpause – das erste Mal in dieser Europa League-Saison.

Goooooooooooooooooooool, gooooool, gooooool, goooooool. (c) SturmNetz

Sociedad drückt und trifft

Mit viel Wut im Bauch drängten die Basken sofort nach Wiederbeginn auf den Ausgleich. Sturm konnte sich kaum befreien und war wieder nur zum Reagieren gezwungen. Und das nach einer Januzaj-Ecke zu langsam. Zubelida verlängerte das Spielgerät auf Sörloth, der den Ball aus kurzer Distanz nur mehr über die Linie drücken musste. Die Hausherren blieben schließlich weiter am Gaspedal und kombinierten sich immer wieder ins letzte Drittel. Dort hatte sie Sturms Defensive zunächst besser im Griff. Bloß einige Flanken aus dem Halbfeld fanden zu diesem Zeitpunkt den Weg in den Strafraum der Grazer.

Siebenhandl und Ljubic retten

Irgendwann konnte Sturm das Tempo von Real Sociedad aber nicht mehr mitgehen. Die Folge: Chance um Chance für die Basken. Beinahe im Minutentakt wurde Siebhandls Tor beschossen. In Spielminute 68 wäre dieser schon geschlagen gewesen, aber Ljubic klärte einen Abschluss von Merino vor der Linie. Auch Chancen von Silva und Sörloth fanden schließlich nicht den Weg ins Sturm-Tor. Dafür vor allem verantwortlich: Ein an diesem Tag sich in bestechender Form präsentierender Siebenhandl, der die Basken zum Verzweifeln brachte. Nach 81 gespielten Minuten war es aber nicht Siebenhandl, sondern wieder Ljubic, der mit einem wichtigen Block für Verzweiflung sorgte. Während einer heißen Schlussphase warfen sich schließlich alle Grazer mit Leidenschaft in jeden Ball und legten einen denkwürdigen Kampf auf den Rasen. In Minute 93 zappelte der Ball zwar schließlich im Netz, Zubeldia stand jedoch im Abseits. Die Abwehrschlacht im Baskenkand blieb daher belohnt und der erste Punkt dieser Eurocup-Saison fixiert.

 

 

Anzeige

10 Kommentare

  1. fuchsrob sagt:

    Das war ein Spiel für die Geschichtsbücher!!! Bravo Burschn.
    Monaco schlagen wir in Liebenau!

  2. Tobias sagt:

    Das ist DIE Sensation! Wahnsinn! Personalgeschwächt, auswärts, beim spanischen Tabellenführer einen Punkt!

    Zum Glück hört man nicht auf die Experten , Siebenhandl doch eine Pause zu gönnen. Vertrauen zahlt sich eben aus, und wie!

  3. LutzVoller sagt:

    Natürlich war da heute viel Glück dabei, aber dennoch haben hier einige aus unserer zweiten Garnitur wirklich großes Herz gezeigt trotz zuvor großer Kritik.

    Dass wir in 9 von 10 Fällen, noch dazu mit den vielen Ausfällen, hier mit einer Nullnummer heimfahren war klar. Aber wenn man sich so sehenswert in jeden Ball wirft und aufopfert, dann wird irgendwann die Belohnung kommen (Hinspiel in Graz war ja sehr viel Pech). Ob wir überwintern wage ich zu bezweifeln, aber der Abwärtstrend ist zumindest bis Sonntag gestoppt!

    Achja und JÖRGI 7HANDL is back!!!

  4. Schworza99 sagt:

    War ein sensationeller Fight der Burschen. Respekt! Real war von Minute 1 technisch meilenweit überlegen und ja auch Glück hat uns den Punkt verschafft. Aber des Tüchtigen.
    Abwehr war fabelhaft. Affengruber ist hervorzuheben aber auch der Rest war sehr gut. Jantscher mit tollem Tor welches aber wohl mehr Sarkaria gehört nach seiner Zauberei. Jantscher schon sehr oft im Abseits, hier sollte gearbeitet werden. Jörg natürlich auch Top und wieder in Form.

    Alles in allem ein guter Punkt. Jetzt hat man angeschrieben. Angeschrieben haben wir und den Ehrenpunkt ergattert. Mit beherzten Leistungen ist auch in den restlichen 2 Spielen was drin. Realistisch muss man sagen brauchen wir für einen Aufstieg in die ConL wohl noch 2 Siege (eh nur). Wird’s nicht spielen. Aber 2x anschreiben halte ich nicht für denkunmöglich mit solchen Leistungen. Ein bisschen mehr Mut und Energie wünsch ich mir aber trotzdem.

  5. Kolkrabe sagt:

    Üúûùüüllzzaaaa!

  6. Harald sagt:

    Gratuliere Jungs, das war echt ein heroischer Kampf.
    Sicher war etwas Glück dabei, aber Glück muss man sich auch erarbeiten und dadurch ist dieser Punkt allemal verdient.
    War echt sensationell diese kämpferische Leistung und nebenbei hat man ja auch selbst ein wunderschön herausgespieltes Tor erzielt.
    Sturm befindet sich sicher in keiner Kriese, vielleicht in einer Ergebniskrise, aber nicht mehr.
    Auf die SCHWOAZN!!!!!!!!!

  7. Melvinuss sagt:

    Heroischer Kampf. Sensationelle Einstellung der gesamten Mannschaft. Man hat alles was man hatte, reingeworfen, und am Ende sicher auch das (verdiente) Glück, hier als Außenseiter so dezimiert zu bestehen. Gratulation an alle Beteiligten, als Sturm Fan ist einem bei diesem Spiel das Fußball-Herz aufgegangen!!

  8. Black Panther sagt:

    Dieses Team hat wirklich Charakter! Vom Stammspieler bis zum Ersatzspieler! Verkörpern den Stumgeist mit ihrer Leidenschaft zu 100%! Auch wenn wir vielleicht noch nicht ganz die Abwärtsspirale gestoppt haben und gegen die Vorarlberger geht was schief, werden wir trotzdem stolz die schwarzweiße Fahne hochhalten!

  9. Nimrod sagt:

    Grundgütiger! Hab in den letzten 10 Minuten, ohne es zu merken, eine Halbe getrunken!
    Gestern hat einfach fast alles gepasst. Schampoo vor allem an unsere Abwehr und den Septopus im Tor, der plötzlich wieder ganz der Alte zu sein scheint. Ich hätte ihn trotzdem im Cup auf die Bank gesetzt, einfach um Maric/Schützi etwas Spielpraxis zu geben. Bitte noch Niangbo von seinen 10er-Pflichten entbinden (ich weiß, wir haben derzeit nicht Auswahl), dann sehe ich mehr weiß als schwarz für die Zukunft!

Schreibe einen Kommentar