Ab ins Niemandsland

Spielvorschau: FC Admira vs. SK Sturm Graz

Für den üblichen Besucher dieses Portals ist jedes Spiel des SK Sturm Graz das Topspiel der Runde, in der mittlerweile 26. Runde der Bundesliga kann man dieses Attribut aber auch ohne Vereinsbrille an die Partie mit Grazer Beteiligung vergeben, treffen doch mit dem Sportklub Sturm und der Admira aus Maria Enzersdorf die momentan zweit- und drittplatzierten Teams aufeinander. Auch wenn das Frühjahr für die Blackys und die Niederösterreicher recht verschieden verlaufen ist, das Ziel für Samstag ist doch für beide Seiten gleich: Ein Sieg soll her.

Serien halten und Serien reißen

Die Admira ist nicht nur die in dieser Saison beste Heimmannschaft der Bundesliga, die kein Marketingprodukt ist: Unter Trainer Ernst Baumeister, der seit September wieder im Amt ist, sind die Niederösterreicher in sieben Heimspielen sogar noch ungeschlagen (Fünf Siege, Zwei Unentschieden). Andererseits ist der SK Sturm 2017/18 die beste Non-Marketingprodukt-Auswärtsmannschaft und nach einem holprigen Start ins Frühjahr zeigte die Leistungskurve unter Neo-Trainer Heiko Vogel zuletzt stark nach oben. Während die Grazer also letztes Wochenende ihr erstes Ligaspiel 2018 gewinnen konnten, musste die Admira gegen den SV Mattersburg nach drei Siegen in Folge wieder Federn lassen und verließ das kalte Burgenland ohne Punkte.

So wollen wir die Schwoazen auch gegen die Admira sehen.
(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Beim Mediabriefing vor dem Spiel lobte Trainer Vogel Trainingsleistung und Stimmung in der ganzen Mannschaft, nach dem Sieg gegen den LASK sei die ohnehin schon gute Moral nochmals deutlich nach oben gegangen. Man habe sich akribisch auf die Admira vorbereitet und sei nun optimistisch für das schwere Spiel.

Auf den Kader angesprochen meint Vogel, dass er momentan ein „Luxusproblem“ habe, da bis auf Philipp Zulechner tatsächlich alle Spieler fit seien. Natürlich käme es da bei den Überlegungen zur Aufstellung zu „Härtefällen“, doch treffe er stets nur Entscheidungen zugunsten gewisser Spieler und niemals gegen andere. Zur konkreten Aufstellung wollte der Coach beim Mediabriefing noch keine Worte verlieren, da es ihm die Mannschaft im Moment „so schwer wie noch nie“ mache, eine Startelf zu finden.

Die Admira sieht Vogel keinesfalls als „Graue Maus“, ein Torverhältnis von 45:42 spricht für eine „unglaublich gut funktionierende Offensive“, er erwartet am Samstag eine „junge Truppe, die furiosen Fußball spielt“. Man habe sich aber per Videostudium sehr gut auf die Niederösterreicher eingestellt und ist dementsprechend durchaus zuversichtlich. 

Admira-Trainer Baumeister teilt das „Luxusproblem“ von Heiko Vogel nicht, im Gegenteil. Neben dem gesperrten Thomas Ebner fehlen den Niederösterreichern auch Stephan Zwierschitz, Marin Jakolis und Wilhelm Vorsager. Darauf angesprochen meint Baumeister lakonisch: „Wir sind es schön langsam gewohnt, dass wir nicht einmal mit derselben Mannschaft spielen können. Wir müssen jede Woche umbauen, das ist nicht einfach.“ Auch der im Herbst alles überragende Christoph Knasmüllner hat den Verein ja in der Winterpause verlassen, die Leistungen der Admira sind deshalb aber um nichts schlechter geworden.

Für Sturm gibt es nach der guten Leistung gegen den LASK eigentlich keinen Grund, die Startelf groß umzubauen, man darf mit Spannung erwarten, ob Christian Schulz und Thomas Schrammel nach ihren Sperren wieder in die Startelf zurückkehren. Auch im Angriff hat Vogel die Qual der Wahl, einerseits hat das Zusammenspiel von „Ezomwonyi“ vorige Woche sehr gut funktioniert, mit ihrer körperlichen Präsenz können die beiden wohl jede Abwehr der Liga vor größere Probleme stellen, andererseits gibt es mit Deni Alar dann auch noch den bisherigen Topstürmer der Saison, und ewig kann dessen Formkrise ja auch nicht dauern. 

Zur Tabellensituation

Mit einem Sieg in der BSFZ – Arena könnte sich Sturm endgültig ins Tabellenniemandsland der Fußballelite absetzten und einen großen Schritt in Richtung Vizemeistertitel tätigen, wäre man dann doch schon elf Punkte vor dem momentan Drittplatzierten. Andererseits könnten die Admiraner mit einem Sieg auf fünf Punkte herankommen, was den Fight um den Titel als „Best of the Rest“ noch weiter anheizen würde. Der Rückblick auf die bisherigen beiden Saisonduelle darf den gemeinen Sturmfan durchaus positiv stimmen, zwar ging die erste Partie im September durch zwei späte Tore noch mit 2:1 verloren, dafür konnte man sich in Graz mit einem klaren 6:1 revanchieren. So hoch wird sich die Admira diesmal wohl nicht abschießen lassen, aber weil wir ja nicht so sind, würden wir auch mit einem knappen Sieg sehr gut leben können. Bei einer Niederlage wäre zwar wieder Spannung in der Tabelle, aber zu viel davon ist für leidgeprüfte Herzen ja auch nicht gut.

Spieldaten

FC Flyeralarm Admira vs. SK Sturm Graz

26. Runde der tipico Bundesliga, Samstag, 10. März 2018, 18:30 Uhr, BSFZ Arena

Schiedsrichter: Dieter Muckenhammer

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Koch, Maresic, Schulz, Potzmann; Lovric, Zulj, Röcher, Huspek; Eze, Edomwonyi

Ersatz: Schützenauer, Spendlhofer, Jantscher, Jeggo, Schmerböck, Filip, Alar

Es fehlt: Philipp Zulechner

 

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1 Kommentar

  1. graz4ever sagt:

    Bissi Off-Tooic:

    Zur Admiral: Für einen der wirklichen Traditionsvereine, der auch schon einiges an Erfolgen zu Buche stehen hatte…zudem seit Jahren mit einer immer wieder jungen, hungrigen und fast ausschließlich mit heimischen Kickern durchsetzen Mannschaft, sehr erfrischenden, schnellen, teilweise guten Kombifußball spielt!

    Zudem mit Baumeister einen (mmg brutal kompetenten); Trainer, der es noch schafft, der Mannschaft+Verein ein Gesicht+Autorität zu geben!

    Leisten für ihre Möglichkeiten, konstant das Beste das machbar,/schaffbar is..

    Darum worauf ich eigentlich hinauswill: wieso haben die net so was wie a „Grund-Fanbase“ wie zB.Lask aber auch zumindest St.Pölten/Mattersburg..???

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